Schienenschmieranlage
Einsatzbereich
#SmartCity #ÖPNV #Lebensqualität #Nachhaltigkeit #Umweltschutz
Nachhaltigkeit und Lebensqualität Hand in Hand
Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) betreiben für die Stadt Köln den Öffentlichen Personen-Nahverkehr. Dabei kommen unter anderem Stadtbahnen zum Einsatz, die auf einem Schienenstreckennetz mit einer Ausbreitung von über 350 km Gleis im Stadtgebiet von Köln und in den umliegenden Städten und Gemeinden verkehren.
Die Streckenführung im innerstädtischen Bereich weist ca. 700 Weichen und zahlreiche Kurvenabschnitte auf, die konstruktionsbedingt zu einem erhöhten Verschleiß der Schienen und der Radreifen führen. Darüber hinaus erzeugen die Kurvenfahrten Schleif- und Quietschgeräusche, die für das menschliche Gehör unangenehm sind und insbesondere von Anwohnern als störend empfunden werden.
Automatisierung als erster Schritt in eine zeitgemäße Umsetzung
Beiden Effekten begegnet die KVB mit dem Einsatz von automatisierten Schienenbenetzungsanlagen, die in regelmäßigen Abständen und in Abhängigkeit der Nutzungsintensität des Abschnitts eine definierte Menge Benetzungsmittel durch Bohrungen in den Gleisen auf die Schienen befördern. Diese Anlagen bestehen unter anderem aus einem mit Benetzungsmittel gefüllten Flüssigkeitsbehälter, einer elektrisch betriebenen Pumpe sowie den Verteilern und Leitungen zum Transport des Mittels.
Der zuverlässige Betrieb der Schienenbenetzungsanlagen stellt den verschleiß- und geräuscharmen Fahrverlauf sicher. Da die Betriebszustände der Schienenbenetzungsanlagen in der Vergangenheit nicht an zentraler Stelle zusammengeführt werden konnten, überwachten Wartungsteams durch Rundfahrten den ordnungsgemäßen Betrieb der Anlagen. Bei solchen Rundfahrten fuhren Teams der Anlagenverantwortlichen jede der über 200 Schienenbenetzungsanlagen regelmäßig an, überprüften die Anlagen auf ihre korrekte Funktion und füllten bei Bedarf das Benetzungsmittel im Flüssigkeitsbehälter auf
Realisierung der bedarfsorientierten Herangehensweise mithilfe von IoT
Diese arbeitszeitintensive Vorgehensweise wurde ersetzt durch eine Retrofit-Maßnahme mit dem Einsatz von Sensorik auf LoRaWAN-Basis. Sensoren des Typs WATTECO IN’O greifen nun digitale Signale der Schienenbenetzungsanlagen ab und übermitteln fehlerbehaftete Betriebszustände über LoRaWAN an die KVB. Dort können die Informationen sowohl in der Zentrale auf einem Dashboard angezeigt werden, als auch vom Außendienst auf mobilen Endgeräten aufgerufen werden. Diese Retrofit-Maßnahme zeichnet sich dadurch aus, ausschließlich Signale abzugreifen, ohne die Steuerung der Anlage zu beeinflussen.
Für die KVB ergibt sich durch die Maßnahme der Nutzen, nicht mehr regelmäßig alle Schienenschmieranlagen anfahren zu müssen, sondern nur noch bedarfsgerecht gezielt die nach Signalisierung über LoRaWAN gebotenen. Damit einher geht die Chance, Arbeitsleistungen von Fachpersonal vorteilhafter einzusetzen und dadurch aktiv dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Unmittelbar wirksam für die Umwelt und das Konto zeigen sich die reduzierten Fahrten zu den ausgebrachten Anlagen durch den reduzierten Kraftstoffbedarf.

